Welche Bedeutung hat ein Designstudium?

Schlägt man im Duden Deutsches universal Wörterbuch die Vokabel Design nach, erhält man "Entwurf" oder "formgerechte und funktionale Gestaltgebung und die so erzielte Form eines Gebrauchsgegenstandes".
Das Wort Design stammt aus dem Englischen und bedeutet im Substantiv so viel wie "Konstruktion", "Planung" und "Gestaltung". Übersetzungen des Verbs to design sind "entwickeln", "beabsichtigen", "zeichnen", "bestimmen". Der Wortstamm allerdings geht zurück ins Lateinische designare, "bezeichnen", aus dem das italienische disegno und auch das französische desseing mit dem Verb desseigner entstand.

Mittlerweile ist dieses Wort international, inflationär und beliebig gebräuchlich.

Design betrifft jeden von uns. Ob wir eine Spülmaschine einräumen, einen Kaffee trinken, im Internet surfen oder neue Schuhe brauchen. Wir befinden uns inmitten einer gestalteten Wirklichkeit in der alle Phänomene und Gegenstände symbolhaft und bedeutungstragend sind – Gestalter versuchen grundsätzlich, die Qualität dieser Phänomene und Gegenstände zu erhöhen.
Vom ersten Ideengeber, über Produzenten bis hin zu Werbeagenturen und Designern - alle sind beschäftigt, mittels ihrer Kompetenz ein neues Produkt auf dem Markt zu etablieren. Jedes Produkt beliefert eine bestimmte Gruppe, entfaltet seine Wirkung innerhalb spezifischer Milieus und Subkulturen und definiert sich in sichtbaren Codes wie Kleidung, Essen, Einrichtung oder materiellem Besitz.
Die einzelnen Milieus und Subkulturen lassen sich gezielt ansprechen und je wichtiger dem Adressaten Design als Statuszeichen ist, desto stärker lässt sich der Innovationszyklus beschleunigen, in dem alte Produkte durch neue ersetzt werden.

Das Studium im breiten Feld des Designs erarbeitet mit einem ausgewogenen Verhältnis von Basis-, Wissens- und Kernmodulen eine tiefere Ebene. Praxisorientierte Reflexion von Arbeiten und die notwendige Erkenntnis der gegebenen Designgesellschaft bilden den Gegensatz zu einem sachfernen und anspruchslosen, da lediglich marktorientierten Designbegriff. Das Designstudium fordert eine Schärfung des Designbegriffs dahin gehend, wie er bereits von den großen Designern des 19. und 20. Jahrhunderts William Morris, Walter Gropius, Peter Behrens, Le Corbusier, Mies van der Rohe, Marcel Breuer oder Jan Tschichold entwickelt wurde: Design heißt nicht nur, ein Haus, ein Plakat oder einen Film zu gestalten, sondern die Aufgabe als Element eines gesellschaftlichen Ganzen zu verstehen, innerhalb dessen eine konstitutive Funktion übernommen wird.

Design wird im Studium als utopisches Potenzial erkannt. Denn ein Verstehen der gestalteten Gegenwart setzt eine Auseinandersetzung mit der Geschichte voraus, weil es um die Gestaltung, den Entwurf zukünftiger Wirklichkeit geht.

Design zu studieren bedeutet funktional und poetisch in die Gestaltbarkeit unserer Lebenswirklichkeit einzugreifen, nachhaltig wertbildend tätig zu sein und Qualität zu fördern.

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